MIT den Menschen – nicht über ihre Köpfe hinweg

MIT den Menschen – nicht über ihre Köpfe hinweg

13. Februar 2026

Ein neues Modell für Pflege, Zusammenhalt und Zukunft in Ebersdorf

Mit dem Modellprojekt „Rehabilitativ orientierte Pflege und tertiäre Prävention“ in Ebersdorf wird ein neuer Weg in der Altenhilfe beschritten. Als Edgar und Nina Kummerfeldt Stiftung freuen wir uns, dieses Vorhaben gemeinsam mit der Diakoniestiftung Thüringen, dem Thüringer Sozialministerium, dem Spitzenverband Bund der Pflegekassen sowie weiteren Krankenkassen zu unterstützen.

Was hier entsteht, ist mehr als ein Projekt. Es ist ein gemeinsames gesellschaftliches Signal.

Prominente Unterstützung – starke Allianz

Der feierliche Kick-off am 7. Februar 2026 machte deutlich, welche Bedeutung dieses Modell für Thüringen und darüber hinaus hat.

Zu den Gästen zählten:

  • Thüringens Sozialministerin Katharina Schenk,
  • Landrat Christian Herrgott (Saale-Orla-Kreis),
  • Bürgermeister Carsten Hahn (Saalburg-Ebersdorf),
  • Vertreterinnen und Vertreter der Pflegekassen,
  • Prof. Dr. Susanne Grundke von der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (wissenschaftliche Begleitung),
  • sowie Heike Horn und Ulrich Horn, Vorstandsmitglieder der Edgar und Nina Kummerfeldt Stiftung,
  • und zahlreiche Akteurinnen und Akteure aus Pflege, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Das MDR Thüringen Journal und die Ost-Thüringische Zeitung berichteten über die Veranstaltung und unterstrichen die landesweite Relevanz des Projekts.

Hier zeigte sich: Staat, Sozialversicherung, Wissenschaft und bürgerschaftliches Engagement ziehen gemeinsam an einem Strang.

Ressourcen stärken statt Defizite verwalten

Ausgangspunkt des Projekts ist eine klare Analyse: Die Pflegeprävalenz steigt – besonders im ländlichen Raum. Gleichzeitig verfügen ältere Menschen über enorme Ressourcen.

Das Modellprojekt integriert rehabilitative Prinzipien systematisch in den Pflegealltag. Rehabilitation wird nicht als isolierte Maßnahme verstanden, sondern als kontinuierlicher, alltagsintegrierter Prozess.

Ziel ist:

  • funktionelle Fähigkeiten erhalten und stabilisieren
  • Selbstständigkeit fördern
  • Pflegeabhängigkeit verzögern
  • Rehospitalisierungen vermeiden
  • Angehörige entlasten

Gesamtwirtschaftlich bedeutet das: bessere Versorgung bei geringeren Folgekosten.

Wenn Mobilität erhalten bleibt und Krankenhausaufenthalte reduziert werden, sinken langfristig die Belastungen für das Gesundheits- und Sozialsystem. Menschlichkeit und Wirtschaftlichkeit greifen hier ineinander.

Der Parcours: Pflege neu erleben

Ein besonderer Höhepunkt der Kick-off-Veranstaltung war ein begehbarer Parcours durch die Einrichtungen.

Entlang eines roten Bandes – von Bewohnerinnen und Bewohnern selbst gehäkelt – wurden die Gäste durch die Häuser geführt. Unter dem Leitgedanken „Den roten Faden finden“ konnten sie an verschiedenen Stationen erleben, wie rehabilitativ orientierte Pflege konkret aussieht:

  • alltagsintegrierte Mobilitätsübungen
  • therapeutische Trainingsmöglichkeiten
  • aktivierende Raumgestaltung
  • multiprofessionelle Fallsteuerung
  • Beispiele für ressourcenorientierte Pflegeplanung

Der Parcours machte das Konzept nicht nur sichtbar, sondern erfahrbar. Pflege wurde hier nicht erklärt – sie wurde gelebt.

Von innen getragen – nicht von außen verordnet

Was dieses Projekt besonders macht: Es wurde nicht über die Köpfe der Menschen hinweg entwickelt.

Bereits im Vorfeld fanden zahlreiche Gespräche im kleinen Rahmen statt. Mitarbeitende aller Berufsgruppen, Bewohnerinnen und Bewohner sowie Angehörige wurden und werden einbezogen. Sie bilden das Fundament des Projekts.

Augenhöhe ist dabei zentral. Mitarbeitende und Senioren werden Schritt für Schritt mitgenommen.

Ein starkes Zeichen für den zukünftigen Erfolg zeigte sich beim Kick-off selbst:

  • Die Mitarbeitenden bereiteten das Catering und die Snacks in ihrer Freizeit selbst zu.
  • Die Bewohnerinnen und Bewohner häkelten das rote Band, das die Gäste durch den Parcours führte.

Hier wurde deutlich: Dieses Projekt gehört den Menschen vor Ort.

Bürgerliches Engagement als Motor

Das Modellprojekt ist als Vorhaben nach § 123 SGB XI konzipiert und wird wissenschaftlich begleitet. Es verbindet stationäre, teilstationäre und ambulante Angebote zu einem sektorenübergreifenden Versorgungsmodell.

Als Edgar und Nina Kummerfeldt Stiftung verstehen wir unsere Förderung als Teil bürgerschaftlicher Verantwortung. Gemeinsam mit der Diakonie-Stiftung bringen wir gesellschaftliches Engagement aktiv in strukturelle Innovation ein.

Dieses Projekt ist eine Einladung: zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, zur gemeinsamen Verantwortung, zum Mitdenken MIT den Senioren – nicht über sie hinweg.

Die Fotoausstellung als lebendiger Impuls

Ein weiterer Baustein ist die von unserer Stiftung organisierte Fotoausstellung, die beim Kick-off großen Zuspruch fand. Sie zeigt den Perspektivwechsel in der Pflege – weg von Defiziten, hin zu Ressourcen und Selbstwirksamkeit.

Die Ausstellung ist weiterhin im Einsatz:

  • zur gezielten Schulung von Mitarbeitenden,
  • zur fachlichen Reflexion rehabilitativer Pflege,
  • sowie in einer eigenen Vernissage mit Sektempfang exklusiv für die Bewohnerinnen und Bewohner – bewusst ohne externe Prominenz.

Auch hier gilt: Das Projekt gehört zuerst den Menschen vor Ort.

Ebersdorf zeigt: Pflege kann aktivierend, würdevoll und wirtschaftlich zugleich sein. Wenn alle an einem Strang ziehen – und gemeinsam den roten Faden aufnehmen.

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